Wiwannihorn 3001 m.ü.M


20./21. SEPTEMBER 2025
BERICHT
Alpinschule Bietschhorn

Inklusives Bergsteigen am Wiwannihorn (3001 m) – Ein unvergessliches Erlebnis
Im Herzen der Schweizer Alpen, inmitten des UNESCO-Welt-Naturerbes, liegt das majestätische Wiwannihorn, mit einer Höhe von 3001 Metern. Für die neun Teilnehmer*innen war dieses Bergsteigerprojekt mehr als nur eine sportliche Herausforderung.
Denn nicht der Gipfel allein stand im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Bergerlebnis, das gegenseitige Vertrauen und das Überwinden persönlicher Grenzen.

Das Ziel des inklusiven Bergsteigens ist es, allen Teilnehmern*innen mit und ohne Einschränkungen ein unvergessliches Naturerlebnis zu ermöglichen.
Es geht darum, Vertrauen zu sich selbst und in die Gruppe zu entwickeln, neue Erfahrungen zu sammeln, über sich hinauszuwachsen und sich an das Bergsteigen Schritt für Schritt heranzutasten.
Ziele:
- Gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen
- Soziale Inklusion stärken
- Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen fördern
- Teamgeist und Kooperation stärken
- Zugang zu Naturerlebnissen ermöglichen
Von neun Teilnehmenden haben insgesamt vier Personen mit kognitiven und/oder psychischen Beeinträchtigungen am Angebot teilgenommen.

Übereinkommen der UNO über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
Das Angebot stützt sich auf die Behindertenrechtskonvention (BRK). Dieses ist das erste internationale Abkommen, das sich speziell den Rechten von Menschen mit Behinderungen widmet. Sie versteht Behinderung als natürlichen Bestandteil
menschlicher Vielfalt. Ihr zentrales Anliegen ist es, sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen überall auf der Welt die gleichen Rechte und Freiheiten genießen können wie Menschen ohne Behinderung.
Die Konvention beinhaltet sowohl bürgerliche, politische als auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und umfasst etwa das Recht auf Barrierefreiheit, selbstbestimmte Lebensführung und Zugang zu Informationen.
https://www.ebgb.admin.ch/de/uebereinkommen-der-uno-ueber-die-rechte-von-menschen-mit-behinderungen

Tag 1: Wanderung zur Wiwannihütte und Klettern
Der erste Tag begann mit einer Wanderung zur Wiwannihütte, einer charmanten Berghütte auf 2474m, die als Basislager für die bevorstehende Besteigung diente.
Nach der Ankunft in der Hütte und einer kurzen Erholungspause stand am Nachmittag eine Einführung ins Klettern auf dem Programm. Für einige Teilnehmer*innen war dies eine völlig neue Erfahrung, für andere eine Gelegenheit, ihre Fähigkeiten weiter auszubauen.
Dabei lag der Fokus auf Teamarbeit und gegenseitiger Unterstützung. Jeder Teilnehmer*in konnte sich in seinem Tempo und nach seinen eigenen Fähigkeiten einbringen, während die erfahrenen Bergführer*innen darauf achteten, dass sich niemand überfordert fühlte.

Tag 2: Besteigung des Wiwannihorns
Am zweiten Tag stand der Gipfel des Wiwannihorns auf dem Plan – ein imposanter 3001 Meter hoher Berg, der von den Teilnehmern*innen als gemeinsames Ziel angestrebt wurde.
Der Aufstieg war anspruchsvoll, doch die Gruppe hatte sich durch den ersten Tag perfekt auf das bevorstehende Abenteuer vorbereitet. Über die Route Trittji im 2.-3. Schwierigkeitsgrad erreichten alle Teilnehmer*innen den Gipfel. Die Freude und Euphorie war auf dem Gipfel spürbar.
Den Abstieg über den Westgrat bot nochmals ausgesetzte Passagen, beeindruckende Ausblicke ins Baltschieder- und Bietschtal und viel alpines Erlebnis. Neben dem sportlichen Teil, blieb auch Zeit die vielfältige Flora und Fauna der Region zu entdecken und die Ruhe der Bergwelt zu
geniessen.

Ergebnisse und Fazit
Das inklusive Bergsteigen am Wiwannihorn war mehr als nur eine Bergbesteigung.
Das Projekt zeigte, dass Bergsteigen nicht nur eine physische Herausforderung ist, sondern vor allem eine Möglichkeit, mentale Stärke, Teamgeist und Zusammenhalt zu fördern.
Der Gipfel des Wiwannihorns war nicht nur ein Ziel, sondern ein symbolisches Tor zu einer neuen Perspektive auf die Möglichkeiten, die durch Inklusion und gegenseitige Unterstützung entstehen.

Zitate Teilnehmer*innen
„Ich habe das Klettern vor Jahren schon entdeckt, aber dann wieder aufgegeben. Dank dem inklusiven Bergsteigen bin ich sehr motiviert den Bergsport weiter zu machen. Die Vorbereitung auf das Wochenende gab mir den ganzen Sommer über ein klares Ziel.“
„Es war für mich ein einmaliges und wunderbares Wochenende. Die Erfolgserlebnisse beim Gipfel, sowie der Auf- und Abstieg haben mich enorm gestärkt und inspiriert. Danke, an die Bergführer*innen für die Ermöglichung dieses Projektes. Eure aufbauende und motivierende Art hat mir sehr gut getan.“

„Die Tour auf das Wiwannihorn war für mich ein riesen Abenteuer. Ich musste meine Höhenangst überwinden und Schritt für Schritt über mich hinaus wachsen. Unser Bergführer hat mir in schwierigen Momenten viel Ruhe und Sicherheit gegeben und im Team haben wir uns gegenseitig getragen. Am Gipfel war ich erschöpft, aber gleichzeitig unglaublich stolz und glücklich – Wir hatten es gemeinsam geschafft.“

- Felicitas Jordan-Feller - Bergführerin, Sozialpädagogin (MAS Sucht)
- Laura Bomio - Bergführerin, Pflegefachfrau
- Matthias Jordan - Bergführer

Walliser Bergführerverband

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